Verfahren: Glanzverzinkung

verzinkt blaupassiviert huelsenbodenDie Verzinkung stellt eines der wichtigsten galvanisch erzeugten Schutz­systeme auf Stahloberflächen dar. Es existieren zahlreiche Verfahrensvarianten, innerhalb derer HATTLER die unlegierten, cyanidhaltigen Elektrolyte nutzt. Jedes Verzinkungsverfahren besitzt seine spezifischen Vorteile, die es für bestimmte Anwendungen auszeichnet. Die bei HATTLER eingesetzten Elektrolyte erlauben es, ein großes Produktspektrum abzudecken, da ihre herausragenden Eigenschaften in der Streu- und Deckfähigkeit auch stark verwinkelter Bauteile liegen. Zudem lassen sich Spülwässer in der Abwassertechnik problemlos entsorgen, so daß auch umweltbezogen ein etabliertes Verfahren zur Anwendung kommt. Zink vermag Stahl nicht nur aufgrund der Barrierewirkung, sondern insbesondere auch elektrochemisch zu schützen.

feinvergoldete hartvergoldete teileBei Korrosionsprozessen opfert es sich aufgrund seines unedleren Charakters, geht in Lösung und schützt so den Grundwerk­stoff. Dies funktioniert in gewissem Maße sogar bei kleinen, offenlie­gen­den Fehlstellen wie Kratzern, Poren usw. Durch die Auflösung des Zinks wäre der Korrosionsschutz jedoch nicht von langer Dauer, so daß heutzutage alle abgeschiedenen Zinküberzüge eine oder mehrere Nachbehandlungen erfahren.

verzinkt olivchromatiert huelsenbodenZiel ist es, auch die Zinkschicht selbst vor einem Angriff zu schützen und so in Form eines Mehrschicht­systems die Korrosionsschutzwirkung erheblich zu verlängern. Die zu empfehlenden Schichtdicken hängen insbesondere von der korrosiven Beanspruchung des zu verzinkenden Bauteils ab. Ein vernünftiger Schutz beginnt bei lediglich in trockener Innenatmosphäre eingesetzten Werkstücken ab ca. 5 µm und liegt bei Bauteilen mit extremer Beanspruchung, so z. B. im Kfz-Unterbodenbereich, bei mindestens 25 µm Zinkdicke.



Verfahren: Passivierung / Chromatierung

blaupassivierte trommelwarePassivierung und Chromatierung unterscheiden sich zunächst im sog. Chrom-VI-Gehalt, der bei Passivierungen gegen Null tendiert, so daß diese Schutzschicht gegenüber den Chromatierungen RoHS-konform ist und die Bedingungen der Altauto-VO erfüllt. Ab­gesehen vom Auto­mobilbau und der Elektronik dürfen die bewährten Chroma­tierungen aber in allen anderen Industriezweigen weiterhin verwendet werden. Die Korrosions­schutzwirkung unserer Blaupassivierung ist mit dem der Gelbchromatierung vergleichbar, die Olivchromatierung ist diesbe­züg­lich am leistungsfähigsten während die Schwarzchro­ma­tierung nur einen geringen Schutz bietet.

thumb gelbchromatierte trommelwareDie Schichtdicke aller genannten Nachbehandlungen bewegt sich deutlich unter einem µm, weswegen ihr Anteil an der Gesamtdicke des Überzuges vernachlässigbar ist und bei Toleranzfestlegungen nicht berücksichtigt werden muß. Alle bei HATTLER angewandten Nachbe­handlungen zur Verzinkung stellen einen ausgezeichneten Haftgrund für eine ggf. angedachte Lackierung (inkl. Pulverlacken) dar. In Verbund mit der Lackschicht kann dabei ein außerordentlich hoher Korrosionsschutz erzielt werden. Darüber hinaus ermöglichen die Chromatschichten auch, optische Anforderungen an die Bauteile zu erfüllen. Die Blaupassivierung ergibt einen chromähnlichen Look während die Schwarzchromatierung tiefdunkle, kaum irisierende Oberflächen hervor­bringen kann. Die Gelbchromatierung mit ihrem in Grün und Rot irisierendem Farbton wird gerne bei Holzbauten verwendet, wogegen die Olivchromatierung v. a. in der Militärtechnik geschätzt wird. Allen Passivierungen / Chromatierungen ist gemein, daß sie wenig abrieb­beständig sind und die entsprechenden Schichten bei einer bspw. reibenden Belastung beschädigt werden wodurch sich ihre korrosionsschützende Eigenschaft verringert. Auch die Chemikalienbeständigkeit von verzinkten und passivierten/chromatierten Bauteilen ist mitunter unzureichend. Dies gilt insbesondere bei nicht pH-neutralen Lösungen, welche den Überzug außerhalb des pH-Bereiches von 6 – 9 unter Auflösung der Zinkschicht angreifen. Als Bsp. seien in Wasser gelöste Inhaltsstoffe von Bauputz genannt, die verzinkte Nägel, Schrauben etc. örtlich angreifen.

schwarzchromatierte stanzbiegeteileGerne wird bei verzinkten Überzügen die Beständigkeit in der Salzsprühnebelprüfung nach DIN EN ISO 9227 diskutiert. Forderungen wie 360 oder gar 720 h Dauer bis zum Auftreten von Rotrost existieren und werden auch von einigen Systemen, so z. B. Zi-Ni-Überzügen mit nachfolgender Dickschichtpassivierung und Top Coat, erreicht. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, daß dies i. d. R. nicht kosten­neutral zu dem von uns eingesetzten, klassischen Verzinkungsprozeß erfolgt. Auch sind diese hohen Beständigkeiten keinesfalls immer erreichbar, sondern v. a. dann, wenn bei hohen Stückzahlen eine Veredelungsoptimierung des Artikels erfolgen konnte. Schwanken Bauteilspektrum und Losgröße stark, so sind diese Optimierungen nur schwer zu realisieren und die bewährten Verzinkungsverfahren werden, bei gesicherter Prozeßfähigkeit, schnell wieder konkurrenzfähig. Darüber hinaus wird der Salzsprühnebelprüfung oftmals eine zu große Bedeutung zugemessen. Dieser Test simuliert lediglich eine ganz bestimmte Korrosionsbeanspruchung, die der des Meeresklimas nahe kommt. Keinesfalls lassen sich aus den Prüfergebnissen gesich­erte Rückschlüsse zum langfristigen Korrosionsverhalten bei der praktischen Nutzung des Werkstückes ziehen. Streng genommen dient eine wiederholt ausgeführte Salzsprühnebelprüfung lediglich dazu, Qualitätsschwankungen in der Fertigung des Galvanisierbetriebes zu erkennen.


Einige technische Daten:

  • Schmelzpunkt des Reinzinks: 419,5 °C
  • Vickers-Härte (cyanidischer Zn-Elektrolyt): ca. 100 - 180 HV 0,1
  • Spezifischer elektrischer Widerstand: 5,9 - 7,5 µΩ * cm
  • IMDS-ID-Nummer:
    Zink: 213570
    Blaupassivierung: 900924
    Gelbchromatierung: 899343
    Olivchromatierung: 900850
    Schwarzchromatierung: 899586

Normative Erwähnung:
DIN EN ISO 9227, DIN EN 2081, DIN 50018, DIN 50961, DIN 50962, DIN 50979, viele verschiedene Werksnormen

Vorteile zusammengefaßt:

  • Guter bis hervorragender Korrosionsschutz
  • Dekoratives Aussehen
  • Einfärbbare Chromatschichten
  • Sehr guter Haftgrund für Lackierungen

Anwendungsbeispiele:
Werkstücke, die bei ansprechendem Aussehen langlebig gegen (atmosphärische) Korrosion geschützt werden müssen.
Typische Einsatzgebiete von galvanischen Zinkschichten sind bei Verbindungselementen, in der Automobilindustrie, der Elektronik, der Beschlagindustrie, bei Haushaltsgeräten, im Militärbereich
u. v. m.


Anm.: Die hier angegebenen Informationen und Daten beziehen sich auf bei HATTLER angewendete Verfahren, erheben keinen Anspruch auf Vollständig- / Richtigkeit und dienen als unverbindliche Richtwerte.